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Die
Familie Kaiser ist in Besitz eines besonders wertvollen,
weißen Gerfalken, der zur weltweit größten Falkenart gehört. Dieser
klassische Beizvogel ist in Europa seit über 1000 Jahren bekannt und
war früher mehr Wert als Gold. |
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Die
Falknerei stellt ein Weltkulturerbe dar, das nahezu
weltweit seit Jahrtausenden geübt und geschätzt wird.
Die Beizjagd ist eine der ältesten Jagdformen der
Menschheit. Sie entstand vermutlich vor etwa 3.500 Jahren in
Zentral- und Mittelasien, da sie in der deckungslosen Steppe die
zweckmäßigste Jagdform war. Sie wurde in einem Gebiet, das von der
heutigen Türkei bis nach China reicht, intensiv gepflegt. Marco
Polo, der sich im 13. Jahrhundert am Hof des Kublai Khan aufhielt,
berichtete, dass dieser mit 10.000 Falknern aufbrach, um in den
Ebenen seines Reiches auf Wolf, Fuchs und Hase zu jagen. Wenn diese
Zahl auch wahrscheinlich übertrieben ist, so dürfte dem Hofstaat des
Mongolenherrschers tatsächlich eine sehr große Zahl von Falknern
angehört haben. |

© Bayr. Staatsgemäldesammlungen München |

© Deutsches Jagd- und Fischereimuseum |
Einzigartig und grundsätzlich ist bei dieser Art des Jagens – oder
besser: dieser Kunst zu jagen – das enge Vertrauensverhältnis zwischen
Mensch und Tier, die partner-schaftliche Beziehung zwischen dem Falkner
und seinem Beizvogel.
Faszinierend zu sehen, wie intensiv die Interaktionen zwischen dem
Menschen und dem Vogel, der immer bis zu einem gewissen Grad eine wilde
Kreatur bleibt, sind – und sein müssen, soll Falknerei erfolgreich
ausgeübt werden. Nur ständige genaue Beobachtung, zeitaufwändiges und
geduldiges Sich-aneinander-Gewöhnen und sorgfältiges Ab-richten und
Training bringen die Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens, die so
wichtig und so nötig ist für eine über viele Jahre erfolgreiche Jagd mit
dem Beizvogel: Denn nur dann fliegt der Beizvogel – beim Training wie
bei der Jagd, weg und kommt freiwillig zum Falkner zurück.

© Bernd Hanrath
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© G. Trommer |
Falknerei als Jagdmethode ist sozusagen „der Natur abgeschaut“, lehnt
sich sehr eng an die natürlichen Verhältnisse und an das Verhalten des
Greifvogels in der Wildnis an; es ist absolut ökologisch. Wie in der
Natur sitzt der Beizvogel stundenlang geduldig und fast regungslos – in
der Natur auf einem Ast oder in einer Astgabel, bei der Falknerei auf
seinem Block oder seinem Sprenkel - bis er zu einem Beuteflug startet.
Und wie in der Natur benötigt der Greifvogel bei der Beizjagd
durchschnittlich vier bis sechs Flüge, bis er seine Beute erfolgreich
schlagen kann.
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© G. Trommer |

© D. Kuhn |

© J. Hiebeler |
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